Kontakt  
 

 

Aktuelle Themen
Fachgruppe I
Fachgruppe II
Fachgruppe III

 

Spezielle Themen
Interkulturelle politische
Bildung (IPB)
Projekt Migration (PJM)
Kooperation mit kath. Militärseelsorge
SV-Arbeit - außerschulische Bildung
für innerschulische Demokratie
Kooperation mit Polizei und Bundespolizei
Netzwerk politische Bildung in der Bundeswehr (bpb)
Materialien: QP, bpb Antragsformular und Anderes
Kulturbotschafterinnen und Kulturbotschafter im Sozialraum -
Kultur und Medien im Alltag
Projekt FEJE: Die Welt in meiner Hand
Rio bewegt uns

 

 
Projekt Migration (PJM)
 

Auf dem Weg zum trägerübergreifenden Beitrag zur nachhaltigen Integration junger Menschen

Bericht über die Kooperationstagung zum AKSB-Projekt "Soziale und politische Bildung mit jungen Migrantinnen und Migranten (PJM)" vom 30. bis 31. Mai 2006 in Ludwigshafen

Ludwigshafen (inform). „Welche Möglichkeiten bestehen, die Integrationschancen junger Menschen mit Migrationshintergrund durch Informations- und Bildungsangebote von Trägern kirchlicher Jugendarbeit zu verbessern?" Dieses Thema bearbeitete eine Kooperationstagung am 30./31. Mai 2006 im Heinrich Pesch Haus, Ludwigshafen. Einführend zeichnete Dr. Alois Becker, Akademie Klausenhof und Vorsitzender der AKSB, die Entwicklung der Integrationspolitik in Deutschland seit den fünfziger Jahren nach. Im Anschluß daran informierten die Vertretungen der bei der Tagung anwesenden Träger und der beim geplanten Kooperationsprojekt beteiligten bundeszentralen Organisationen über ihre Ansätze der Migrationsarbeit: Aus allen Organisationsformen und Arbeitsbereichen waren Einrichtungen vertreten: Jugendgemeinschaftsdienste vor Ort und überregionale Koordinationsstellen, Bildungsstätten und andere Einrichtungen der politischen Bildung, Jugendverbände und die katholische Jugendseelsorge.

Die Reihe der bundeszentralen Träger eröffnete Bundestutor Herrmann-Joserf Laubach, als Vertreter der Bundesarbeits-gemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS). Er stellte deren Tätigkeit in den Zusammenhang der Entwicklung der KJP-Förderung für die Jugendmigrationsdienste dar, wobei er das Interesse der katholischen Jugendsozialarbeit an der Kooperation in diesem Arbeitsfeld mit anderen Bildungsträgern besonders hervorhob. Dies werde auch dadurch deutlich, daß die BAG KJS für Bildungsveranstaltungen, die in Kooperation durchgeführt werden, zusätzliche Fördermittel reserviert habe.

Seinem Beitrag folgte Sabine Wißdorf, stellvertretende Leiterin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), die - ausgehend von einer Situationsanalyse der Migrationsarbeit - forderte, daß die guten Erfahrungen im Bereich der internationalen Jugendarbeit sowie der Partnerschaftsarbeit und Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kulturen gemeinsam mit den Erfahrungen des Weltjugendtags 2005 (WJT 2005) auf die Herausforderung der Integration von jungen Migranten/-innen übertragen werden sollten.

Vorsichtig stellte sie aber fest, daß sich viele Verantwortliche aus der Jugendpastoral überfordert fühlten, mit der Zielgruppe Migranten/-innen zu arbeiten bzw. sich das Thema Integration zu eigen zu machen. Hinzu käme, daß in den meisten Bistümern generell der Caritas-Verband für diese Zielgruppe zuständig sei. Mit diesem neuen Arbeitsfeld könne es zwar nicht um eine flächendeckende Verschiebung der Schwerpunkte in der jugendpastoralen Landschaft gehen, allerdings könnten mit Hilfe von Ansätzen der Sozialraumorientierung Möglichkeiten der Wahrnehmung des Aufgabenfelds und der Kooperation vor Ort angeregt werden. Gute Beispiele für das Gelingen solcher Arbeitsansätze gebe es sowohl aus den 72-Stunden-Aktionen in den Bistümern als auch im Zusammenhang mit dem Tag des Sozialen Engagements beim Weltjugendtag 2005. Als Vertreter der verbandlichen Jugendarbeit, die im Rahmen des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) organisiert ist, stellte Burkhard Hein, Referent für Politische Bildung und interkulturelle Jugendarbeit in Vertretung des BDKJ-Bundesvorstands, den Stand der Diskussion dar. Beim BDKJ befinde sich die Diskussion noch im Anfangsstadium und solle mit einer Umfrage bei den Mitgliedsverbänden begonnen werden. Abschließend erläuterte Lothar Harles für die AKSB die Möglichkeiten der politischen Bildung, einen Integrationsbeitrag durch soziale und politische Bildung zu leisten, und stellte dazu auch einige Konzepte aus der didaktischen Dokumentation (didado) der AKSB vor.

In der folgenden Arbeitsphase ging es um Arbeitsansätze, Anregungen und Perspektiven kirchlicher Migrationsarbeit: Vorgestellt wurde das Projekt „Zusammen Leben lernen - Politische Bildung für die Einwanderungsgesellschaft" des Caritas-Pirckheimer-Haus, Nürn-berg. Die Mitwirkenden im Projekt Dr. Elzbieta Szczebak, Dr. Zeno Ackermann und Carolin Auner machten am Beispiel ihres Projekts, das aus Mitteln des Bundesamtes für Migration und Flüchtinge gefördert wird, deutlich, wie wichtig auch die Vorbereitung der Aufnahmegesellschaft für den Integrationserfolg sei. Im zweiten Beitrag stellte der Leiter des Migrationszentrums St. Hedwigshaus in Oerlinghausen, Dr. Johannes Müller, die langjährigen Erfahrungen der Einrichtung in der Integrationsarbeit vor und plädierte für ein engagiertes aktives Vorgehen. Seiner Einschätzung nach stellten die „Neubürger/innen" ein großes Potential dar, auf das die Gesellschaft nicht verzichten könne. Aufgabe der Bildungsarbeit sollte es sein, diese Kompetenzen zu erschließen. Viele Migranten/-innen suchten nach Partizpationsmöglichkeiten in der Gesellschaft.

Die Runde wurde abgeschlossen von Burkard Hein mit Beispielen aus der praktischen Arbeit im Bistum Rottenburg-Stuttgart. Er zeigte auf, wie schwer es sei, auf dem Hintergrund umfangreicher Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen die richtigen Partner zusammenzubringen und zu veranlassen, beim Migrationsthema am Ball zu bleiben.

Am Ende der Tagung standen die Perspektiven für die Zusammenarbeit vor Ort und auf Bundesebene im Blick. Lothar Harles erklärte stellvertretend für die zentralen Projektträger, daß man sich derzeit in einer Projektvorlaufphase befinde, in der geklärt werden solle, welche Chancen bestünden, in größerem Umfang durch örtliche und überörtliche Zusammenarbeit von Seiten der katholischen Jugendarbeit einen trägerübergreifenden Beitrag zur nachhaltigen Integration junger Menschen zu leisten. In einer Art Partnerbörse klärten die anwesenden Einrichtungen, wo durch entsprechend günstige regionale, personelle und organisatorische Rahmenbedingungen eine Zusammenarbeit aufgenommen werden könnte. Festgehalten wurde ein weiterer Kontakt in Bayern, im Raum Aachen/Köln/Bonn und Niedersachsen/Norddeutschland. In eigenen Arbeitskonferenzen wollen die Träger die Möglichkeiten einer dauerhaften Kooperation erkunden. Von Seiten der Bundesebene wurde angekündigt, daß die Bereitschaft bestehe, bei Bedarf Unterstützung bei Partnersuche und Projektauswahl zu leisten. Besonders wichtig schien dafür, besondere Träger wie das Cartitas-Pirckheimer-Haus oder das Migrationszentrum in Oerlinghausen, zu benennen, damit diese Hilfestellung bei der Umsetzung leisten könnten. Nach dem erfolgreichen Verlauf der Tagung sei es jetzt Aufgabe, den Projektansatz genauer zu beschreiben und entsprechende zusätzliche Fördermittel für Informations-, Beratungs- und Bildungsarbeit zu erschließen. Nach den Erfahrungen in vergleichbaren Projekten werde sich das bis Herbst hinziehen.

Weitere Informationen bei Lothar Harles 

   
     
 
zurückStartseite
 
nach oben